Schloss Kamenz: Marianne von Oraniens Traum und Schinkels letzter Bau

– Beitrag: Arne Franke –

Unweit der tschechischen Grenze und nahe der Glatzer Neiße erhebt sich eine aus der Ferne schon gut erkennbare Schlossanlage, die nicht nur unter dem Namen „umgedrehtes Ritschel” [Fußbänkchen] ironisch-liebevolle Akzeptanz bei der damaligen deutschen Bevölkerung fand, sondern vor allem das letzte und größte vollendete Werk des genialen preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel ist. Schloss Kamenz mit seinen 27.000 qm Gesamtfläche ist inzwischen eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Rande des Eulengebirges geworden. Die Polen nennen es nach seiner Investorin und Ideengeberin Pałac Marianny Orańskiej.

Die Säkularisation 1810
In der 1096 erstmals erwähnten Gemeinde Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki entstand ab etwa 1210 ein Zisterzienserkloster als Filiation von Leubus/Lubiąż, dessen wechselhafte Geschichte sich in der einstigen Klosterkirche und dem heute als Museum genutzten Refektorium widerspiegelt. Die Abtei wurde – zusammen mit den meisten anderen Klöstern Preußens – infolge des Friedens von Tilsit (1807) und den auferlegten hohen Kontributionszahlungen an Frankreich durch König Friedrich Wilhelm III. 1810 säkularisiert und deren Besitztümer zugunsten der Krone eingezogen.
1812 erwarb die mit König Wilhelm I. der Niederlande verheiratete Schwester des Königs, Friederike Louise Wilhelmine die Herrschaft, um die inzwischen leerstehenden Konventsgebäude zu einem Sommersitz umzubauen. Nachdem jedoch ein Brand 1817 diese weitgehend zerstört hatte, gab sie diese Pläne wieder auf.

→ Weiterlesen im GAL 71, S. 43 …


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