Der Verein

Der Verein zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur (VSK) wurde 1993 gegründet und hat seinen juristischen Sitz in Görlitz. Seine satzungsgemäße Aufgabe ist “die Förderung, Pflege und Erhaltung schlesischer Kulturwerte”. Bald nach der politischen Wende wurde im Sinne einer grenzüberschreitenden Kulturarbeit und einer Annäherung zwischen den Menschen in Deutschland, Polen und Tschechien ein neuer Anfang gesetzt. Grundlage sollte dabei das jahrhundertealte gemeinsame kulturelle Erbe Schlesiens sein. Seither erarbeiten wir Projekte, die dieser Aufgabe dienen: Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und Seminare; Führungen, Besuchsprogramme, Reiseangebote, Publikationen und Informationsprospekte; Beratungen und nach Möglichkeit auch Beteiligungen bei denkmalpflegerischen Maßnahmen.

Ein wichtiger Punkt unserer Aktivitäten sind die kulturellen Solitäre im Hirschberger Tal. Nachdem die Familie von Küster die Anlage Schloss Lomnitz ab 1991 wieder erwerben konnte, war in den ersten beiden Jahrzehnten des Vereinsbestehens die Förderung der Wiederherstellung der verschiedenen Gebäude ein Hauptprojekt der VSK-Arbeit. Das Witwenschloss beherbergt heute ein Hotel mit Restaurant und auch der Ausbau des Großen Schlosses ist abgeschlossen. Die inzwischen ebenfalls weitgehend restaurierten Gebäude des ehemaligen Dominiums umfassen weitere Ausstellungsräume, Werkstätten, Ställe, einen Hofgarten und ein Gutshofrestaurant. In diesem lebendigen Museumsgutshof sollen Leben und Arbeit der früheren Landbevölkerung Schlesiens dargestellt und dokumentiert werden. Die jüngste Ergänzung der Kulturarbeit in Lomnitz ist das Museum  im großen Schloss sowie das aus Kaiserswaldau nach Lomnitz translozierte Bethaus in Fachwerkbauweise.

Auch die Wernersdorfer Bleiche der Familie Hartmann spielt eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung der kulturellen Bedeutung des Tals. Im 18.Jahrhundert war die Region ganz überwiegend durch die Produktion und besonders durch die Veredelung von Leinentextilien bekannt. Erzeugnisse aus Leinen, die feinen „Schleierleinen“, fanden weltweiten Absatz. Waren um 1800 im Hirschberger Tal eine ganze Anzahl sogenannter Bleichen für die Veredelung im Betrieb, gibt es heute nur noch eine erhaltene Bleiche: Die Gottfried / Hessische Bleiche in der Nähe von Hermsdorf gelegen, ein proportionierter, spätbarocker Bau. Bei der Wiederherstellung des Wernersdorfer Kachelkabinetts (ein ganz mit Delfter Kacheln ausgestatteter Raum) leistete der VSK inhaltliche und finanzielle Unterstützung. Das Wernersdorfer Kachelkabinett

Die klassizistische Parkanlage in Buchwald hat heute breiten Raum. Initiiert durch den noch heute auch in Polen und Deutschland bekannten und verehrten Grafen von Reden (der industrielle Gründungsvater von Beuthen, Königshütte und Kattowitz) wurde ab 1800 die Buchwalder Park- und Schlossanlage ausgebaut. Ganz im Stile der aus dem Englischen beeinflussten, romantischen Frühphase der Parkgestaltung, entstand in den Folgejahren ein „Pleasure Ground“ mit angeschlossenen landwirtschaftlichen Nutzbetrieb als „Ornamental Farm“. Die Parkanlage von ca. 120 Hektar ist heute das Fragment der ursprünglichen romantischen Gestaltungsmaxime, das Tal als übergreifendes Gesamtkunstwerk der Natur zu installieren. Heute wird die Parkanlage verwaltet und instandgesetzt durch die Stiftung „Schlösser und Gärten im Hirschberger Tal“, der VSK hat hier gegenwärtig die Zweigfiliale im Hirschberger Tal und wird in den nächsten Jahren die weitere Aufbauarbeit flankieren. Die Buchwalder Parkbank als VSK Projekt

Die Arbeit des VSK geht jedoch über diese Aktivitäten weit hinaus. Im Rahmen eines EU-Projektes wurden beispielsweise in Kooperation mit der Stadt Hirschberg / Jelenia Góra die Gruftkapellen an der Hirschberger Gnadenkirche saniert. Weitere aktuelle Vorhaben sind u. a. die Unterstützung bei der Wiederherstellung der historischen Engler-Orgel in der Breslauer Elisabethkirche, die Hilfe bei der Rettung des Fachwerkbethauses von Schönwaldau und dessen Translozierung nach Lomnitz, die Vorbereitung und Gestaltung verschiedener Ausstellungen sowie die Organisation von Studienreisen.  Der Verein mit seinen z. Zt. über 350 Mitgliedern in Deutschland und Polen arbeitet mit einer Vielzahl von Organisationen aus den Bereichen Kultur und Denkmalschutz zusammen. Zweimal im Jahr informiert der GRUSS AUS LOMNITZ als Broschüre in deutscher und polnischer Sprache über alles Wissenswerte aus der Vereinsarbeit.

Fördern Sie unsere ehrenamtliche Arbeit!. Unser Verein ist in Deutschland als gemeinnützig anerkannt, so dass wir steuerwirksame Spendenbescheinigungen ausstellen können. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das unsere Bemühungen zur Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes in dieser europäischen Kulturregion unterstützt.