– Beitrag: Anna Szczodrak –
Die Ausstellung „Friedrich Iwan” eröffnet eine neue Ausstellungsreihe im Muzeum Karkonoskie, die gemeinsam mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz entwickelt wird. Geplant ist ein Präsentationszyklus, der Leben und Werk schlesischer Künstler anschaulich vorstellt und ihre Bedeutung für die Region hervorhebt. Dabei wird deutlich, wie eng die Region, die Kunst und die gesellschaftlichen Entwicklungen miteinander verflochten waren und welchen wichtigen Beitrag die Künstlerkolonien zum kulturellen Erbe des Riesengebirges geleistet haben (Dr. Agnieszka Gąsior, Schlesisches Museum zu Görlitz).
Die Sammlung der Werke von Friedrich Iwan im Muzeum Karkonoskie umfasst derzeit 38 Arbeiten sowie 109 Kupferstichplatten. Ein Teil davon, 17 Radierungen und Matrizen, stammt vermutlich aus Vorkriegssammlungen oder gelangte in den ersten Nachkriegsjahren in den Bestand. Das Museum diente damals als Sammelstelle für historische Objekte aus der Region. Die Werke trugen keine Museumskennzeichnungen. Es sind auch keine Inventarlisten aus dieser Zeit erhalten geblieben.
Die Grafiken wurden erst 1971 nach einer Bestandsaufnahme in das Inventarbuch der Kunstabteilung eingetragen. Seit 1985 erwarb das Museum weitere Werke von Friedrich Iwan und erweiterte damit kontinuierlich die Sammlung dieses geschätzten Künstlers.
Friedrich Iwan ist vor allem als herausragender Grafiker bekannt, der seine Inspiration überwiegend aus der Natur schöpfte, sichtbar in zahlreichen Landschaftsdarstellungen. Darüber hinaus schuf er Aquarelle, arbeitete mit Gouache und gelegentlich auch mit Ölfarben. Derzeit umfasst die Sammlung 33 Grafiken, zwei Ölgemälde, zwei Aquarelle und eine Gouache-Arbeit.
Friedrich Franz Hermann Iwan wurde am 8. August 1889 in Landeshut geboren. Sein Vater Franz stammte aus Breslau und war Sohn eines katholischen Schneidermeisters. Seine Mutter, Clara Glaeser, war Tochter eines Metzgers aus Landeshut und entstammte einer evangelischen Familie. Friedrichs Vater kam nach Landeshut, um eine Lehre in der Textilfabrik Methner & Frahne zu absolvieren, wo er ab 1885 als Buchhalter tätig war und nach einigen Jahren zum Direktor aufstieg.
Friedrich Iwan absolvierte das Gymnasium in Landeshut. Er war ein sehr begabtes Kind. Er malte und zeichnete viel. Er spielte Klavier, Mandoline und auch Zither. Sein Zeichenlehrer überzeugte die Eltern, ihren Sohn an die Königliche Kunst- und Gewerbeschule in Breslau zu schicken. Dort wurde er von 1903 bis 1905 von Professor Carl Ernst Morgenstern unterrichtet und setzte anschließend seine Ausbildung in Berlin fort. Hier besuchte er Vorlesungen über antike Kultur, die ihn tief beeindruckten und dazu veranlassten, ein neues Thema in sein Schaffen aufzunehmen: den Menschen. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Porträts. In den Beständen des Museums befindet sich heute jedoch nur eine Grafik mit einer menschlichen Figur: ein Mann, der Pfeife raucht. Das Werk, eine Radierung, zeigt die Figur seitlich dem Betrachter zugewandt, in einer Bauernstube am Tisch sitzend. Diese Arbeit belegt, dass der Künstler das Thema Mensch keineswegs mied, ihm jedoch die Natur eindeutig näher stand.
→ Beitrag weiterlesen im GAL Nr. 76, S. 30 …

