– Beitrag: Iza Liwacz –
Vahan Bego Begjanyan (geb. 1966 in Leninakan, Armenien) gehört zu jenen Künstlern, deren Biografie untrennbar mit den Orten verbunden ist, an denen sie leben und arbeiten. Der Maler, Bildhauer und Autor multimedialer Installationen kam 1993 nach Polen, auf der Flucht vor Krieg und Naturkatastrophen. Seitdem prägen seine Werke den kulturellen Raum Niederschlesiens von Hirschberg/Jelenia Góra über Erdmannsdorf/Mysłakowice und Zgorzelec/Görlitz bis nach Breslau/Wrocław. Heute lebt und arbeitet er in Posen/Poznań.
Vahan Bego ist vor allem ein ausgezeichneter Bildhauer. Sein Studium der Monumentalbildhauerei an der Kunstakademie in Eriwan wurde 1988 durch ein schweres Erdbeben unterbrochen. Schon während seines Studiums experimentierte er mit unterschiedlichen Materialien und Medien. Er arbeitete nach seiner Ankunft in Polen im Jahr 1993 auch mit Zeichenkohle und Pastell. Bego entwickelte eine eigene, unverwechselbare künstlerische Sprache, expressiv, symbolisch und geprägt von Migrationserfahrung.
W.A.Z.E. – Ein künstlerisches Zeichen der vereinten Städte an der Neiße
Zu seinen bedeutendsten Werken zählt ein keramisches Relief in Zgorzelec am Speicher der Dreiradenmühle an der Lausitzer Neiße, die bereits 1273 urkundlich erwähnt wurde. Die Abkürzung des polnischen Titels ergibt WAZE: „Künstlerisches Bild des Vereinten Europas”. Das Werk wurde am 5. Mai 1998 enthüllt und zeigt eine aus der Erde wachsende Frauengestalt – Sinnbild für die entstehende Gemeinschaft zwischen Zgorzelec und Görlitz. Das Kunstwerk entstand in Zusammenarbeit mit Michał Bulak. Der hohe Speicher (1938 erbaut) mit dem Relief steht auf der polnischen Seite der Altstadtbrücke – die Deutschland mit Polen verbindet. Es gilt als eines der markantesten Symbole der grenzüberschreitenden Partnerschaft der beiden Städte.
Vier Werke in Jelenia Góra
Im Stadtbild von Jelenia Góra sind vier Arbeiten des Künstlers dauerhaft präsent. Jedes von ihnen ist mit einem konkreten historischen oder gesellschaftlichen Anlass verbunden.
→ Beitrag lesen im GAL Nr. 76, S. 23 …

