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Baufirma für die Restaurierung der Grabkapellen des Hirschberger Gnadenkirchhofs gefunden

Jelenia Góra, 04-10 2010 //GS

Bereits im letzten Jahr hatte die Stadt Jelenia Góra/Hirschberg die wohl letzte Chance zur Rettung der einmaligen barocken Grabkapellen der berühmten Hirschberger Kaufmannssozietät der Schleierherren auf dem dortigen Gnadenkirchhof ergriffen. Im Rahmen des „Operationellen Programms der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Sachsen-Polen 2007-2013” war einem gemeinsam mit dem VSK gestellten Projektantrag zur Restaurierung der Kapellen Erfolg beschieden worden. Der Beginn der Restaurierungsarbeiten war, wie bekannt, ursprünglich schon für Ende des Frühjahrs 2010 vorgesehen gewesen, doch hatte die Komplexität der Aufgaben zur Folge, dass sich die Ausschreibungen und Vertragsverhandlungen bis in den Herbst hinein verzögerten. Nun hat aber der Bürgermeister der Stadt Jelenia Góra, Herr Marek Obrębalski, am Montag, den 4. Oktober, im Rahmen einer Pressekonferenz in Hirschberg feierlich den Vertrag mit der ausführenden Firma der Bau- und Restaurierungsarbeiten unterzeichnet. Diese werden das Konsortium ,,WROBUD-ZABYTKI” Spółka z o.o. http://www.wrodombud.pl zusammen mit der renommierten Restauratorenfirma ,,ARS-LONGA” S.J. aus Krakau http://www.arslonga.pl übernehmen. ARS-LONGA führte unter anderem die Restaurierungsarbeiten der Steinskulpturen auf Schloss Fürstenberg/zamek Kżiaż sowie der Befestigungsanlagen auf dem Wawel in Krakau aus. Der Vorstandsvorsitzender des Konsortiums ,,WROBUD-ZABYTKI”, Herr Stanisław Kawczyński, unterzeichnete persönlich die Verträge mit der Stadt Hirschberg. Unter den geladenen Gästen befanden sich auch die Projektbeauftragten des VSKs, neben dem frisch gebackenen Vereinsehrenvorsitzenden Karsten Riemann, Martyna Sajnog-Klementowska, Wolfgang Thust und Dr. Gerhard Schiller. Herr Bürgermeister Obrębalski begrüßte alle VSK-Mitglieder namentlich und dankte unserem Verein für seine Unterstützung in diesem „für die Stadt Hirschberg so wichtigen Projekt“. Auch der Leiter der Delegatur Jelenia Góra des Woiwodschaftsamtes für Denkmalschutz Wrocław, Herr Wojciech Kapałczyński, nahm an den Feierlichkeiten teil. Er machte deutlich, dass er diesem Projekt einen großen Wert beimesse und die fachgerechte Restaurierung der Grabkapellen über den gesamten Projektzeitraum intensiv begleiten werde. Die bis Dezember 2012 abgeschlossenen Renovierungsarbeiten werden 4.040.218,16 Złoty kosten und zu 85 % von der EU finanziert. Vandalismus, Habgier, vor allem aber Gleichgültigkeit gegenüber den vermeintlich „fremden Kulturhinterlassenschaften“ hatten bekanntlich nach 1945 dazu geführt, dass sich die bis dahin gut erhaltenen Grabkapellen heute in einem bedenklichen baulichen Zustand befinden. Viele der Epitaphien und Baudetails sind zerschlagen, beschädigt oder ganz verloren. In den Sandstein der Kapellenwände sind Salz und Feuchtigkeit eingedrungen, die als erste Maßnahme durch spezielle Auflagen auf den Steinoberflächen beseitigt werden müssen. Wegen des schlechten Zustands der meisten Kapellen muss sich der weit überwiegende Teil der Arbeiten auf erhaltende Maßnahmen beschränken. Im an die Pressekonferenz anschließenden Quartalstreffen der Projektgruppe teilte Frau Jadwiga Osińska von der Stadt Jelenia Góra mit, dass sich aufgrund des günstigen Angebot der Baufirma vermutlich finanzielle Freiräume im Rahmen der Projektfinanzierung ergeben werden und es deshalb vielleicht möglich sei, über eine punktuelle Ergänzung des reichen Skulpturenschmucks, vielleicht sogar über die Rekonstruktion eines der nicht mehr vor Ort befindlichen kunstvollen Schmiedegitter der Kapellenportale, nachzudenken. Von Seiten der Stadt Hirschberg wurde auch erneut die Bereitschaft signalisiert, jegliche Unterstützungen, Vorschläge und Anregungen durch die Nachfahren der Schleierherren mit in das Projekt einzubeziehen (Kontakt: gerhardschiller@web.de).